Lilia

Zusammenarbeit mit Jannik

WOCHE 1, Tag 4

Heute habe ich Hanniball wieder besucht. Was ein einziger Tag Trennung so ausmachen kann! Wir waren lang ausreiten und sind nahezu niemand begegnet. Was mich natürlich in völliger Stille herumträumen ließ. Normalerweise driften meine Gedanken ja zu super Schulnoten oder dem Gewinn eines Reitturniers, aber heute dachte ich an Jannik.

Ich darf mit ihm zusammen ein Projekt für die Schule machen. Ich bin so aufgeregt! Wir treffen uns morgen, um alles zu besprechen, weil wir die Aufgabe bekommen haben, zu testen, wie leicht ein Jugendlicher eine Stelle irgendwo bekommt.

Auf die Ergebnisse bin ich natürlich sehr gespannt, aber noch mehr auf die Zusammenarbeit mit Jannik. Er scheint wirklich sehr interessant zu sein und vielleicht kann ich mich ein bisschen mit ihm anfreunden. Die Aufgabe geht immerhin eine Woche lang, genug Zeit, zu reden.

Die Englischarbeit war übrigens super, ich hoffe, sie fällt gut aus. Vielleicht hilft das Lernen mit Jannik ja besser? 

Und jetzt kommen die Hausaufgaben dran.

29.6.07 18:14, kommentieren

Der netteste Junge

WOCHE 1, Tag 3

Ich habe ihn angesprochen! Ich habe Jannik zum lernen eingeladen und obwohl die Arbeit für ihn nicht zählt, ist er mit mir in die Bücherei und hat mir voll lieb bei den Aufgaben geholfen.

Ich weiß auch nicht, aber Jannik ist der netteste Junge, den ich je getroffen habe. Er macht keine dummen Witze, hört zu, ist sehr offen und absolut kein Macho. Gut, dass ihn die möchte gern Mädchen aus der Klasse noch nicht wahrgenommen haben.

Wir waren drei Stunden in der Bücherei und dann hat er mich noch ein Stück nach Hause gebracht. Er hat so einiges erzählt, was man von Jungen ja sonst nicht so sagen kann. Ein bisschen schüchtern, aber das finde ich gerade interessant an ihm. Er ist einfach anders.

Für Hanniball hatte ich heute natürlich keine Zeit mehr, nachdem ich mich mit Jannik getroffen habe. Ich sehe zwar förmlich das traurige Gesicht meines Wallachs vor mir, aber Jannik war heute spannender. Und ich glaube, ich rufe ihn morgen mal an.

Natürlich nur, damit er von diesem Carl wegkommt!

28.6.07 19:03, kommentieren

Üben für die Englischarbeit

WOCHE 1, Tag 2

Heute konnte ich leider nicht zu Hanniball, weil ich noch auf meine Englischarbeit lernen muss.

Carl heftet sich an Jannik, den Neuen, total. Das bemerken alle schon jetzt. Und wer mit Carl zusammen ist, unterschreibt den Vertrag zum absoluten Abstieg. Irgendwie tut mir Jannik schon leid. Er sieht eigentlich nett aus und es scheint auch nicht so, als sei er freiwillig bei Carl. Ich glaube, ich sollte mal mit ihm reden, einfach, damit er auch mal jemand anderen aus der Klasse kennen lernt.

Und, damit ich die vielen Fragen loswerden kann. Davor muss ich jetzt aber noch Englischvokabeln lernen.

P.S. Was mir gerade noch eingefallen ist: Ich könnte Jannik ja fragen, ob wir nicht zusammen lernen wollten, dann kann ich ihn auch ein bisschen besser kennen lernen. Und wenn er nur die Wahl zwischen mir und Carl hat, weiß ich, wen er wählt.

27.6.07 18:38, kommentieren

Mein neues Tagebuch

Mein Name ist Lilia Berger, ich bin 15 Jahre alt und nehme an dem Projekt „Das Leben ist ein Buch“ teil. Diese Kampagne soll Kinder zum Schreiben bringen und zeigen, wie schnell sich ihr Leben verändert. Über 24 Wochen hinweg werde ich nun ein Tagebuch führen und bin gespannt, was alles passieren wird.

Nun gut, WOCHE 1, Tag 1

Heute kam ein Neuer zu mir in die Klasse und ich war wirklich überrascht. So kurz vor den Sommerferien? Wirklich neugierig auf ihn waren meine Mitschüler nicht und er musste auch noch neben Carl, dem Klassenblödmann, sitzen. Eigentlich hätte ich gerne ein bisschen mit Jannik, dem Neuen, geredet, aber in die Nähe von Carl wollte ich auch nicht kommen. Also blieb mir nur übrig von Weitem zu beobachten.

Ein bisschen wird schon über Jannik getuschelt. Er sieht sehr unauffällig aus, aber wie es bei neuen Mitschülern so ist, wurde er von jedem von oben bis unten gemustert. Ich bin mir nicht sicher, ob er zu uns passt und ob er sich einlebt, aber das werden wir ja sehen.

Am Nachmittag war ich dann wie immer bei meinem Pferd Hanniball. Ich reite schon seit mehr als 10 Jahren und vor etwa zwei Jahren habe ich Hanniball, einen weißen Wallach, als Pflegepferd übernommen. Ich genieße wirklich die Ausritte mit ihm, er ist einfach so wahnsinnig ruhig und ausgeglichen. Meiner Meinung nach das perfekte Pferd.

Leider konnte ich heute keine so große Runde mit ihm reiten, weil ich noch einiges an Hausaufgaben habe, aber Zeit für meinen Hanniball habe ich immer.

26.6.07 19:29, kommentieren


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